Die Karriere von Vico Torriani (* 1920 in Genf; † 1998 in Agno/TI), eigentlich Ludovico Oxens Torriani, ist bis heute ohne Beispiel: Als Schlagersänger brach er Verkaufsrekorde, als Schauspieler füllte er die Kinosäle, als Showmaster moderierte er mehrere grosse Unterhaltungsshows, auch als Kochbuchautor kannte ihn jeder.

VICO - EIN STAR VOLLER WIDERSPRÜCHE

Geboren 1920 in Genf, wuchs Vico Torriani als Sohn eines Reit- und Skilehrers in St. Moritz auf. Nach der Schule lernte er Konditor, Koch und später noch Kellner. Bereits als 15-Jähriger gab er private Konzerte. 1945 siegte er bei einem Talentwettbewerb und tingelete danach durch ganz Europa. 1949 hatte er mit "Silberfäden" in der Schweiz seinen ersten Hit, zwei Jahre später kam der erste grosse Erfolg in Deutschland mit "Addio, donna grazia". Vico Torriani war bereits 37 Jahre alt, als "Siebenmal in der Woche" 1957 Platz eins der deutschen Hitparade erreichte. Bis 1964 sang er 27 Titel in die deutsche Charts, darunter "Ananas aus Caracas" (1957), "Schön und kaffeebraun" (1958) oder "Kalkutta liegt am Ganges" (1960).

Ab 1952 trat er im Fernsehen auf. Er bekam zunächst in der Schweiz, später auch in Deutschland eigene Shows, wie etwa "Grüezi, Vico", "Hotel Victoria" und die "Vico-Torriani-Show", in denen zahlreiche Gaststars auftraten. Vico war es, der mit «Der goldene Schuss» die Ära des Farbfernsehens in Europa eingeläutet hat. In den 50er und 60er Jahren war er auch als Schauspieler in zahlreichen Musikfilmen zu sehen und trat auch auf der Theaterbühne auf. 1976 feierte er mit "La Pastorella" ein glanzvolles Comeback und erhielt dafür eine Goldene Schallplatte. Von 1978 bis 1983 führte Vico Torriani das Restaurant Bonne Auberge am Spalenring in Basel. 1995 wurde er mit dem Bambi "Lifetime-Award" sowie einem Ehren-Prix-Wallo ausgezeichnet. Bis zu seinem Tod 1998 lebte er in seinem Haus in Agno im Tessin.

Vico Torriani war der wohl berühmteste Sohn von St. Moritz und – gemessen an den Verkaufszahlen – der wahrscheinlich erfolgreichste Entertainer, Künstler und Interpret, den die Schweiz bis heute hervorgebracht hat. Doch das Bild des öffentlichen Vico ist unvollständig: Er war weit mehr als der volkstümliche Schlagerstar, den die Meisten in Erinnerung haben. Während er in der Schweiz oft als Schnulzenkönig geschmäht wurde, feierte man ihn in der Sowjetunion in ausverkauften Stadien als «King of Rock’n’Roll». Und in Berlin standen die Damen in langen Schlangen an, um seine Filme zu sehen. 

Über den Menschen hinter dem Star weiss man hingegen bis heute wenig. 

BEKANNTE MUSIKTITEL VON VICO TORRIANI

1951 Silberfäden
1952 Addio, donna grazia
1953 Bella, bella donna
1953 Du schwarzer Zigeuner
1953 Bon soir, bon soir, DECCA, F 43650 (78 rpm)
1953 Tango der Nacht (aus „Strassenserenade“), DECCA, F 43614 (78 rpm)
1954 Gitarren der Liebe
1955 In der Schweiz
1955 Zwei Spuren im Schnee
1955 Grüß mir die Damen aus der Bar von Johnny Miller
1957 Siebenmal in der Woche
1957 Ananas aus Caracas
1957 Sie war ein Mannequin aus Paris
1958 Schön und kaffeebraun
1958 Der Stern von Santa Clara
1960 Kalkutta liegt am Ganges
1961 Bon soir, Herr Kommissar
1961 Café Oriental
1963 Pepino
1962 Muß i denn zum Städtele hinaus
1962 Der Hafen-Casanova
1962 Chi-chica-chi
1967 Märchenerzähler
1976 La pastorella
1981 Die schönsten Lieder
1984 Capri-Fischer
1995 Einfach danke
1990 Ich könnt' ohne Berge nicht leben
1991 Zähl' die Freunde, nicht die Jahre
Grüezi, grüezi miteinander
Bolero (Elite Special 8926, 78rpm)
In Milano in der Cafeteria (Elite Special 8926, 78rpm)
Das gewisse o-la-la

FILME MIT VICO TORRIANI

1952: Der bunte Traum
1952: Meine Frau macht Dummheiten (nur ein kleiner Auftritt)
1953: Straßenserenade
1954: Gitarren der Liebe
1955: Ein Herz voll Musik
1956: Santa Lucia
1957: Der Fremdenführer von Lissabon
1957: Siebenmal in der Woche
1957: Träume von der Südsee
1958: Der Stern von Santa Clara
1960: Schlagerraketen – Festival der Herzen (Gastauftritt)
1960: O sole mio (Gastauftritt)
1961: Robert und Bertram
1962: Muß i denn zum Städtele hinaus
1962: So toll wie anno dazumal
1964: Die ganze Welt ist himmelblau (Gastauftritt)

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